Burg Hemmerich

Hemmerich blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, an deren Anfang die römische Besiedlung steht. Im Herbst 1985 wurde unweit der Burg ein aufschlussreicher Weihestein mit vollständig erhaltener Inschrift gefunden, der dem römischen Gott des Handels und Verkehrs, Merkur zugeordnet wird.

Das genaue Alter der Burg lässt sich nicht ermitteln. Nach dem Zeugnis des Kölner Historikers Aegidius Gelenius waren noch im 17. Jahrhundert die Ruinen der mittelalterlichen Ritterburg zu sehen. Als Baumaterial hatte man damals u.a. Steine aus dem unterhalb von Hemmerich, in Kardorf, vorbeiführenden „Römerkanal“ verwendet. Noch heute lassen sich diese Materialien am Gemäuer der seit August 1945 ruinösen Burganlage erkennen.

Von den zahlreichen Besitzern der Burg müssen insbesondere die Ritter von Hemberg genannt werden, die als Ministerialen der Kölner Kirche das Erbkämmeramt innehatten und dadurch zu hohen Ansehen gelangten. Durch Heirat, Erbschaft oder Kauf wechselten die Besitzer häufig, so dass die Burg sich bald in den Händen rheinischer Adeliger, bürgerlicher Kaufleute oder begüterter Geistlicher befand.

Während das benachbarte Schloss Rösberg von dem berühmten westfälischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun nach französischem Muster als regelmäßige Dreiflügelanlage mit weitem Ehrenhof entworfen wurde, erhielt Hemmerich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten von einem unbekannten Baumeister eine ganz andersartige architektonische Prägung. Unter Maria Elisabeth von und zum Pütz wurde 1729 bis 1773 auf der Bausubstanz des alten Rittersitzes eine ländlich barocke Schlossanlage um einen längsrechteckigen Innenhof, dem sich ein weitläufiger regelmäßiger Park anschließt geschaffen. Der barocke Torpavillion, der noch erhalten ist, erinnert vielleicht an einen ehemaligen aus dem Mittelalter stammenden Torturm, dessen Portal wahrscheinlich mittels eines Falltores (vor der Burg erstreckte sich ehedem ein Wassergraben) verschlossen werden konnte.

Im Jahre 1813 verkauften die drei Söhne von und zum Pütz die Burg. Nach einem weiteren Zwischenbesitzer gelangte das Anwesen mit 160 Morgen Land und 125 Morgen Wald an die Familie von Nordeck zu Nordeck. Seit 1824 befindet sich die Burg, in deren Besitz.

Der heutige Besitzer, Hunold Freiherr von Nordeck zu Nordeck hat vor einigen Jahren ein dem Stil der Burg angepaßtes Wohnhaus im Park errichten lassen. Einige Erinnerungsstücke, so eine Reihe von Ahnenbildern, die aus dem alten Herrenhaus gerettet werden konnten, zieren den geschmackvollen Bau.

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