Naturpark Rheinland & Informationszentrum Himmeroder Hof

Naturräumlich liegt der Naturpark Rheinland in der Südspitze der Niederrheinischen Bucht, die Landschaft im Naturpark ist überwiegend flach.

Ausnahmen bilden die Ville, ein ca. 50 km langer Höhenzug, der den zentralen Teil des Naturparks in seiner Längsrichtung durchzieht, sowie im Süden das Drachenfelser Ländchen und der Übergang zur Eifel. Die Ville erhebt sich 80-100 m über die Börde und die Rheinebene.

Die unterschiedlichen Landschaften des Naturparks präsentieren sich heute als das Produkt einer über Jahrtausende langen Bewirtschaftung durch den Menschen. Bereits früh wurde das Gebiet des heutigen Naturparks durch den Menschen besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Ursache hierfür sind die besonders fruchtbaren Böden der Region.

Bildergalerie
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Der Braunkohleabbau prägt das Bild der Landschaft im mittleren und nördlichen Naturpark. Die zahlreichen Seen der Ville-Seen-Platte sind aus ehemaligen Braunkohlegruben des 19. Jahrhunderts entstanden. Die jungen Wälder sind zum großen Teil das Resultat der Rekultivierung, die nach dem großflächigen Abbau der Braunkohle im 20. Jahrhundert durchgeführt wurde.

Die großen zusammenhängenden Waldgebiete des Kottenforstes und der Ville waren schon früh bevorzugte Jagdreviere der fränkischen Herrscher. Der Kottenforst wird bereits in einer Urkunde des 7. Jahrhunderts erwähnt. Als Reichsgut unterstand das Gebiet später den deutschen Kaisern, bis Otto XI. 973 das Jagdrecht auf Hochwild dem Erzbischof von Köln übertrug. Erzbischof Anno XI. von Köln vermachte den Forst dann der Abtei Siegburg, die sich 1549 zum Verkauf an die Kölner Erzbischöfe entschloss. Mit viel Sorgfalt widmeten sich im 17. und 18. Jahrhundert die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln aus dem Hause Wittelsbach der Pflege der Wälder. Eine glanzvolle Zeit mit zahlreichen Jagden erlebte das Gebiet unter dem besonderes jagdfreudigen Clemens August. Brühl blühte als zeitweilige Residenz der Kölner Kurfürsten auf, die nach ihrer Vertreibung aus Köln Bonn zu ihrem Hauptsitz gemacht haben.

Westlich des Waldgebietes beginnt das Altsiedelland der Jülich-Zülpicher Börde mit seinen dörflichen Siedlungen. Bereits zur Zeit der Römer (50 v.-400 n. Chr.) existieren hier bäuerliche Hofanlagen, welche die Garnisonen am Rhein versorgten. Im frühen bis späten Mittelalter (5.-13. Jahrhundert) erfolgte in mehreren Phasen die Kultivierung und Besiedelung des Landes. Seit dem sind Ackerbau und Viehzucht die wichtigsten Lebensgrundlagen der Börde. Die Besiedlung ging einher mit der Rodung der Wälder. Getragen wurden diese Rodungsperioden hauptsächlich von Kirchen und Klöstern (Prüm, Cornelimünster, Siegburg). Die als Lehnshöfe vergebenen ländlichen Rittergüter sicherten den herrschaftlichen Einflussbereich. Die wehrhaften, von Wassergräben umgebenen Hofanlagen, die später zu Burgen und Schlössern ausgebaut wurden, konzentrierten sich besonders an Erft und Swist. Die am Westrand der Ville fließende Erft bildete ab dem 9. Jahrhundert die Grenzlinie zwischen den Herrschaftsansprüchen der Grafen von Jülich und dem Erzbischof von Köln.

Der Ostrand der Ville, das Vorgebirge, ist ebenfalls altes Siedlungsland. Klima- und Bodengunst ermöglichten, dass bereits früh leistungsfähige landwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe entstanden. Dominierend ist heute der Obst- und Gemüseanbau. Das Zeitalter der Industrialisierung hatte eine völlige Veränderung und Neugestaltung der Landschaft zur Folge. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurde auf dem Villerücken Braunkohle abgebaut. Aus dieser Frühphase sind im wiederbewaldeten Gebiet zwischen Brühl und Liblar noch heute Gräben, Halden und mit Wasser gefüllte Gruben als historische Relikte erhalten.

Der Naturpark bietet ein unbegrenztes Angebot an Erholung. Hier kann man sich sportlich betätigen, ausgedehnte Ausflüge in die Natur unternehmen oder die Spuren der Vergangenheit entdecken. Ganz besonders zu empfehlen ist der interaktive Freizeitplaner, eine innovative Internettechnologie, die zu allen Aktivitäten, Freizeitangeboten und Sehenswürdigkeiten ausführliche Informationen gibt.

Kontakt

Naturpark Rheinland

Willy-Brandt-Platz 1
50126 Bergheim

Tel: +49 (0)22 71 / 83 24 10

E-Mail

info@naturpark-rheinland.de

Web

www.naturpark-rheinland.de

Naturparkzentrum Himmeroder Hof

Himmeroder Wall 6
53359 Rheinbach

Tel.: +49 (0)22 26 / 23 43

E-Mailnaturparkzentrum@naturpark-rheinland.de
Internetwww.naturpark-rheinland.de

Öffnungszeiten:
Di-Fr 10.00-12.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr
Sa, So und Feiertags 11.00-17.00 Uhr
Eintritt: frei

Für Gruppen, Schulklassen und Kindergärten werden spezielle Programme und Führungen durch die Ausstellung und durch den Naturpark angeboten. Das Haus der Natur ist eine Bildungs- und Informationseinrichtung des Naturpark Rheinland. Erleben Sie auf einer Fläche von 120 qm die Vielfalt, Geschichte und Kultur der Landschaft im Naturpark und erfahren Sie mehr über die ökologischen Zusammenhänge und Hintergründe.