Swisttal

Die Gemeinde Swisttal entstand 1969 durch die Kommunale Gebietsreform aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Buschhoven, Dünstekoven, Heimerzheim, Odendorf, Ollheim, Miel, Morenhoven, Essig, Ludendorf und Straßfeld.

Zahlreiche Bodenfunde aus vor- und frühgeschichtlicher sowie aus der Römerzeit belegen, dass das Gebiet der heutigen Gemeinde Swisttal uraltes Siedlungsgebiet ist.

Die „Michelsberger Kultur“, eine Graben-/Wallanlage bei Odendorf (4300-3500 v. Chr.) belegt menschliche Siedlungen bereits für die Steinzeit. Auch die Besetzung des linken Rheinufers durch die Römer hat deutliche Spuren in der Gemeinde hinterlassen.

Im Oktober 1794 besetzten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Dies hatte für die Städte, Dörfer und Gemeinden verheerende Folgen: Die Heereskosten wurden auf die betroffenen Gebiete abgewälzt und diese rücksichtslos ausgebeutet. Neben den wirtschaftlichen Veränderungen führten die Franzosen auch tiefgreifende Umstrukturierungen der bestehenden Verwaltungsordnungen durch. 1798 wurde das Rheinland in vier Departements aufgeteilt. Als unterste Verwaltungseinheit in unserem Gebiet entstand die „Mairie d`Ollheim“, in preußischer Zeit dann Bürgermeisterei Ollheim, die Vorläuferin des späteren Amtes Ludendorf und damit der Gemeinde Swisttal. In der Folge blieb der Sitz der Verwaltung im Ortsteil Ludendorf.

Auch von der Säkularisation blieb das heutige Gemeindegebiet nicht verschont. Die Enteignung aller Klöster und Stifte im linksrheinischen Gebiet und die Überführung ihres Besitzes in weltliches Eigentum betraf hier das ehemalige adlige Damenstift Schillingskapellen in Dünstekoven sowie das Nonnenkloster Maria Stern in Essig.

Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Reiches 1813/14 und dem Abzug der französischen Besatzungstruppen 1814 sprach der Wiener Kongress das katholisch geprägte Rheinland dem protestantischen Preußen zu. Im Jahre 1816 waren insgesamt 3.867 Personen in der Bürgermeisterei Ollheim ansässig. Die Bürgermeisterei bestand aus elf Dörfern, vier Weilern, zehn Höfen, zehn Kirchen, Bethäusern und Kapellen, 798 Privatwohnhäusern sowie zwölf Mühlen, 20 öffentlichen Gebäuden und 1.162 Scheunen und Ställen.

Eine Gebietsreform wurde aufgrund der politischen Lage der Weimarer Republik 1932 notwendig. Dies hatte die Auflösung des Landkreises Rheinbach zur Folge. Der westliche Teil mit der Stadt Münstereifel und den Ämtern Münstereifel-Land und Kuchenheim fiel an den Kreis Euskirchen, der östliche Teil mit der Stadt Rheinbach, den Ämtern Rheinbach-Land und Adendorf sowie den Gemeinden Buschhoven, Heimerzheim, Ludendorf, Miel, Morenhoven, Ollheim und Odendorf fiel an den Landkreis Bonn. Diese Reform verkleinerte das Gebiet der Bürgermeisterei Ollheim um die Gemeinden Esch, Straßfeld und Müggenhausen mit Neukirchen und Schwarzmaar, die nun zum Landkreis Euskirchen gezählt wurden. 1925 wurden die früheren Bürgermeistereien ausdrücklich als Ämter anerkannt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges trat am 28. Oktober 1952 eine Gemeindeordnung und im März 1953 eine Amtsordnung für alle Gemeinden in Nordrhein-Westfalen in Kraft. Danach erhielten die zum Amt Ollheim gehörenden Gemeinden Buschhoven, Heimerzheim, Ludendorf, Essig, Odendorf, Morenhoven und Ollheim eigene Gemeinderäte und Bürgermeister und eine eigene Amtsvertretung, an deren Spitze der Amtsdirektor stand. Das Amt Ollheim existierte bis 1961, wurde dann bis 1969 zum Amt Ludendorf, bis es schließlich durch die Kommunale Gebietsreform von 1969 in der neu gebildeten Gemeinde Swisttal aufging.

Die jetzige Gemeinde Swisttal hat auf 62 Quadratkilometer Fläche 18.000 Einwohner und ist in zehn Ortsteile gegliedert. Sitz der Verwaltung ist Swisttal-Ludendorf. Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt und seit der Verankerung Bonns als provisorische Bundeshauptstadt eine beliebte Wohngemeinde in der Voreifellandschaft.

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