Karfunkelschein

Der Titel der Ausstellung weckt romantische Assoziationen, er
beschwört Bilder deutscher Märchenwelten und die Rübezahl-
Legenden des Riesengebirges herauf. Und es sind magisch funkelnde Glassteine, die von der Modeschmuckfirma Prade zu exklusiven Kreationen verwendet wurden. Viel spiegelt sich in diesen kleinen geschliffenen bunten Glassteinen: die Magie der Schönheit, die Geschichte einer spannenden
Kulturlandschaft und eines traditionsreichen Handwerks.

Die Firma Prade, 1922 von Richard Prade (1895-1966) gegründet, fertigte zuerst in Gablonz und später in Schwäbisch Gmünd originellen Modeschmuck auf höchstem handwerklichen Niveau. Gablonz an der Neiße hatte bis 1918 das Weltmonopol in der Herstellung von unechtem Schmuck. Aus der Frühzeit haben sich interessante Stücke erhalten, die sich am Zeitgeist des Art Déco orientieren, in den 1930er Jahren stehen unter anderem Sportmotive und Insekten auf dem Programm. Für die bedeutendsten Modeschmuckhersteller in New York und Italien fertigte die Firma Prade Modeschmuck.

Mit dem Neuanfang in Schwäbisch Gmünd im Jahre 1948 wurde die Prade-Kollektion um Schmuck aus gehämmertem Metall -vorwiegend Tombak -und Naturmaterialien wie Bambus, Bast, Kokos und Kork erweitert. Es entstand figurativer Ansteckschmuck im Stil der Fifties. Max Bill, Picasso und die legendäre „Nierentisch-Form“ standen Pate. In den 1960er Jahren inspirierte der Modeschöpfer Courrèges zu strengen, im Schwarz-Weiß Stil gearbeiteten Stücken, Pop- und Op-Art sorgten für ein fröhliches Farbspektrum und die
Kinetik bot Anregung für beweglichen Schmuck.

Aus 30.000 Schmuckmodellen zeigt die Ausstellung eine kleine Auswahl von prägnanten Stücken, die einen grandiosen Überblick zu 70 Jahren Modeschmuck bietet. Neben Ringen, Ohrclips, Armreifen und Colliers waren über fünf Jahrzehnte aufwendig gefertigte Broschen mit sehr großen, leuchtenden, zum Teil mehrfarbigen Steinen en vogue.

Einen beinahe versunkenen kulturellen Mikrokosmos im Herzen Europas gilt es wiederzuentdecken, die Ausstellung bietet Einblick in die fast einzige, vollständig erhaltene Nachkriegskollektion der einst florierenden Welt des Modeschmucks.

Zur Ausstellung ist im modo Verlag eine von Cornelie Ueding herausgegebene Publikation erschienen, die zum Preis von 36,00 € im Glasmuseum erworben werden kann.


RAHMENPROGRAMM

26.11.2011, 11.00 – 17.00 Uhr und 25.02.2012, 11.00 – 17.00 Uhr
SILBERSCHMUCK MAL ANDERS
mit SILVER CLAY (PMC3 Silber Tonmasse) für Erwachsene mit Adriana Corullón de Adams

03.12.2011, 14.00 – 15.30 Uhr
und 28.01.12, 14.00 – 15.30 Uhr
VoN DER SCHERBE ZUR BRoSCHE für Kinder mit Andrea Stolte-Linden

09.12.2011.12, 15.00 – 17.00 Uhr
und 03.02.12, 15.00 – 17.00 Uhr
WIE IM MÄRCHEN – GLASMoSAIKBILDER für Kinder mit Helga Feuser-Strasdas

15.12.2011, 14.30 – 16.30 Uhr
und 18.01.12, 14.30 – 16.30 Uhr
SCHMUCKKÄSTCHEN für Kinder mit Bozena Yazdan

14.01.2012, 11.00 – 16.00 Uhr
VoN DER GLASPERLE ZUM FERTIGEN SCHMUCKSTüCK Workshop AB 14 Jahren mit Angela Liane Wagner

21.01.2012, 12.00 – 16.30 Uhr
MoDESCHMUCK AUS GLAS IN DER TECHNIK DER GLASVERSCHMELZUNG für Erwachsene mit Dr. Wolfgang Schmölders

28.01.2012, 19.00 Uhr
LITERATUR UND ESSEN: FRüHSTüCK BEI TIFFANY

29.02.2012, 19.00 Uhr
GLAS IM MÄRCHEN

Vortrag Dr. Ingeborg Dorchenas, Bonn

03.03.2012, 11.00 – 16.00 Uhr
VoN DER GLASPERLE ZUM FERTIGEN SCHMUCKSTüCK für Fortgeschrittene mit Angela Liane Wagner

Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.


Aktuelle Informationen unter:
www.glasmuseum-rheinbach.de

Glasmuseum Rheinbach, Himmeroder Wall 6
53359 Rheinbach, Tel.: 02226/917501
Öffnungszeiten
Di – Fr. 10.00 – 12.00, 14.00 – 17.00,
Sa/So 11.00 – 17.00


(geschlossen: 24 - 26.12.11, 31.12.11 u. 01.01.12)

 

25.11.2011