Wandern entlang des Römerkanal-Wanderweges

Länge: 110 km
Strecke: Nettersheim - Köln

Der Römerkanal, eines der bedeutendsten Bauwerke römischer Zeit, ist die zum Teil noch erhaltene römische Wasserleitung, die zur Römerzeit die Wasserversorgung Kölns sicherstellte. Diese Wasserleitung versorgte die Kölner Bevölkerung täglich mit mehr als 10000 km³ Litern frischen Wassers aus der Eifel. Der Römerkanalwanderweg macht dem Wanderer, aufgrund der Streckenlänge, deutlich bewusst, welch architektonisches Meisterwerk hier bereits vor 2000 Jahren vollbracht worden ist. Auch in unserer Region sind Teile des Römerkanals noch heute (in den Gemeinden Meckenheim, Rheinbach, Bornheim und Swisttal) erhalten und zu besichtigen (freundeskreis-roemerkanal.de)

Der Römerkanal:Auf den Spuren der Römer

Es ist bekannt, dass die Eifel dem römischen Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensis) das zum Leben notwendige Wasser lieferte.

Als die römische Wasserleitung fertig gebaut war, begann sie am "Grünen Pütz" bei Urft. Im Endzustand betrug ihre direkte Länge zwischen der Quelle am "Grünen Pütz" und Köln etwa 85 Kilometer. Dazu kommen die ursprüngliche Leitung vom Vorgebirge und drei Zubringerleitungen aus dem Raum Hürth, Burbach und Gleuel bei Köln. Insgesamt über 100 km!

Die römischen Kölner entnahmen ihr Wasser zuerst dem Duffesbach und als dieser dann nach Qualität und Menge nicht mehr ausreichte, den nahe gelegenen Zubringern. Irgendwie genügten ihnen die aber bald auch nicht mehr und sie beschlossen, sich die Eifeler Wasserreserven nutzbar zu machen. Dabei haben sie dann sehr wahrscheinlich von Köln aus in die Eifel hinaufgebaut, so dass der Eifeler Teil der Wasserleitung baulich der jüngere Teil ist. Dabei leisteten sie Erhebliches: Etwa 350.000 cbm Erde mussten bewegt und rd. 160.000 cbm Mauerwerk erstellt werden.

Die aufgewendete Mühe entsprach jedoch dem Ergebnis: Bei einem Durchschnittsgefälle von 0,5% (0,50 m auf  100 m) brachte die Leitung 30 Millionen Liter Wasser. Setzt man einen täglichen Verbrauch von 100 Litern pro Tag und Kopf an, konnten 300.000 Personen mit frischem, klarem Wasser versorgt werden. Denn es handelte sich um reines Quellwasser, dessen Güte heute in den öffentlichen Wasserleitungen kaum noch erreicht wird. Nach dem Abzug, bzw. der Verdrängung der Römer durch die germanischen Stämme, verfiel die Leitung und Köln war wieder auf seine örtlichen Brunnen angewiesen.

Teile der römischen Wasserleitung sind heute noch immer zu besichtigen. Der genaue Verlauf der Leitung ist bekannt und beschildert. Der neue Wanderführer des Eifelvereins führt Sie „per Pedes“ entlang des Römerkanals. Allein rund 33 km können von Rheinbach bis Bornheim abgewandert werden. Empfehlenswert ist die Besichtigung in Swisttal im Garten der Gaststätte „Zum Römerkanal“, wo man sich für die nächste Etappe auch mit deftigen Gerichten stärken kann.

Literatur

Der Römerkanal-Wanderweg - Ein archäologischer Wanderführer, von Klaus Grewe