Der Heinrich-Böll-Weg

Heinrich Böll

Der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (* 21. Dezember 1917 in Köln; † 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich) zog 1982 zu seinem Sohn René in die Martinstraße nach Bornheim-Merten. Dort verbrachte der gesundheitlich angeschlagene Schriftsteller seine letzten Jahre. Auf dem Alten Mertener Friedhof fanden er und seine Frau Annemarie auch ihre letzte Ruhestätte. Die Stadt Bornheim verlieh ihm 2010 postum die Ehrenbürgerwürde und verlegte zum 30. Todestag eine Gedenkplatte vor seinem ehemaligen Wohnhaus.


Der Heinrich-Böll-Weg

Die Idee zur Einrichtung eines Böll-Rundwegs durch Merten und Rösberg entstand bereits anlässlich des 30. Todestags des Literaturnobelpreisträgers 2015. Als Inspiration diente dabei Bölls Kurzgeschichte „Oblomow auf der Bettkannte“, in der er seine Spaziergänge durch das Vorgebirge beschreibt.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das Gedenkjahr wurde die Idee schnell konkretisiert. Aus den ersten Treffen der Vereine, Schulen sowie Bürgerinnen und Bürger bildete sich eine Projektgruppe, die sich speziell mit der Einrichtung des Weges befasste. Gemeinsam einigte man sich auf eine Wegführung, die neben den historisch belegten Routen Heinrich Bölls auch die Anforderungen an einen ansprechend und abwechslungsreich gestalteten Rundweg berücksichtigen sollte. Mit Unterstützung des Naturparks Rheinland und mit Fördermitteln der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis konnte die Ausschilderung vorgenommen und eine neue Bank an einem Aussichtspunkt an der Martinstraße aufgestellt werden. Schüler der Europaschule führten Interviews mit Zeitzeugen durch und lasen den Text „Oblomow auf der Bettkannte“ ein. Über QR-Codes sind die Audio- und Videodateien entlang der Strecke abrufbar.

Beim Heinrich-Böll-Weg handelt es sich um einen 2,9 Kilometer langen Rundweg. Der Weg kann auch als Abschnitt einer Wanderung entlang des Kappes- und Römerkanalwanderwegs gegangen werden. Beide Wege führen über die Von-Weichs-Straße am Rösberger Schloss vorbei.

Start ist am Heinrich-Böll-Platz in Merten. Von dort geht es vorbei am ehemaligen Wohnhaus des Bornheimer Ehrenbürgers und durch die typische Kulturlandschaft des Vorgebirges hoch zum barocken Rösberger Schloss. Mit einer beeindruckenden Aussicht auf das Rheintal bis hin zum Siebengebirge steigt man von dort herab zum geschichtsträchtigen Alten Mertener Friedhof, auf dem Heinrich Böll und dessen Frau Annemarie ihre letzte Ruhe fanden.

Zwei Informationstafeln am Heinrich-Böll-Platz in Merten und an der Von-Weichs-Straße am Schloss Rösberg informieren über Heinrich Bölls Mertener Zeit, die Streckenführung und das umliegende Streckennetz der Wanderwege des Naturparks Rheinland. Die Stadt Bornheim hat außerdem einen Flyer veröffentlicht, der alle Informationen kompakt zusammenfasst. Der Flyer steht hier zum Download bereit.

Über QR-Codes lassen sich entlang der Strecke interessante Interviews mit Mertener Zeitzeugen abrufen, die Heinrich Böll noch kennengelernt haben. Außerdem kann man sich so Ausschnitte aus seiner Kurzgeschichte „Oblomow auf der Bettkannte“ anhören.
Der Flyer zum Heinrich-Böll Wanderweg ist in unserem Internetshop und bei der Stadt Bornheim direkt erhältlich.