Der Wachtberger Radrundkurs

Viele haben sie entdeckt, die kleinen Zusatzschilder „Rundkurs 30km“ an der Wachtberger Fahrradwegweisung, aber wer hat die Radrunde schon selber ausprobiert?

Zugegeben, das Gelände ist bergig und 30km sind auch nicht ganz wenig, aber die schönen Wege und die Ausblicke in alle Richtungen belohnen die auch noch gesunde Beschäftigung allemal. Und seit kurzem sprechen einige weitere Argumente für diesen Ausflug durch die nahe Umgebung.

Zunächst ist die Beschilderung inzwischen vollständig, so dass man ohne dauernde Kartenstopps auskommt. Die Bezeichnungen sind an die roten Schilder angehängt oder auf die kleinen Pfeilwegweiser aufgeklebt. Bleiben doch mal Zweifel, hilft der neue Ortsplan der Gemeinde, auf dem alle Wachtberger Routen eingezeichnet sind. Hiermit kann man sich auch Abkürzungen aussuchen, die ebenfalls beschildert sind.

Im August ist gerade die einzige Gefahrenstelle der Runde, die bisher steinige und rutschige Abfahrt in der Flemming zwischen Gimmersdorf und Pech durch die Gemeinde beseitigt worden. Nun muss man fast nur noch auf ein funktionsfähiges Fahrrad und seine Mitradler achten, denn neben ein paar Straßenüberquerungen führen nur kleinere Teile der Rundtour über öffentliche und dann meist wenig befahrene Straßen.

Die Anstiege sind alle nicht sonderlich lang oder steil und mit einer vernünftigen Gangschaltung gut zu fahren. Die Landschaft mit den vielen Aussichten und die Orte mit ihren oft historischen Kernen und Fachwerkhäusern, dazu einige Gaststätten und Gartenwirtschaften laden dazu ein, sich Zeit zu lassen und Pausen einzulegen. Und immer mehr, die Anstiege nicht nur mit Muskelkraft bewältigen können oder wollen, haben sich inzwischen ein Pedalec zugelegt und sich damit ein lohnendes Feld erschlossen oder erhalten.

Beschrieben werden soll die Runde mit Start am Schönwaldhaus in Villiprott in südlicher Richtung, da hier neben der von Radfahrern beliebten Gastronomie auch der Anschluss an die schattigen Wege des Kottenforsts besteht. Natürlich kann man aber an jedem Ort und in jede Richtung einsteigen.

Es geht zunächst entlang der Wachtberger Radroute R5 durch Villiprott und mit der Burg Gudenau zum ersten Wachtberger Highlight. Man kann durch das Tor und am Zaun auf die Gebäude und die Gartenanlagen sehen. Am Gartentor verlässt man die Straße nach links und erreicht über geteerte Wirtschaftswege Holzem mit seiner Raafkapelle.

Nach einem kurzen Stück Straße biegt man von der nach Oedingen und weiter an den Rhein führenden Route R5 ab und folgt nun R3 und der Wasserburgenroute mit Blick auf die Berge der Voreifel leicht bergab. In Klein-Villip ist die Kapelle in den letzten Jahren liebevoll wieder aufgebaut worden und wird jetzt gerne als Hochzeitskapelle benutzt. Schattig und kurvig überquert man den Godesberger Bach das 2. Mal und hat dann vielleicht Lust, am Abzweig nach Arzdorf auf der Bank unter der Weide eine Pause einzulegen. Das kann man auch etwas später in Adendorf tun, wo mehrere Töpfereien zum Besuch einladen. Die Wasserburgenroute führt nun weiter an der Burg Münchhausen vorbei in Richtung Rheinbach

Unser Rundweg folgt jetzt der Route R9 an der Burg Adendorf und dem Sommersberger Hof vorbei nach Fritzdorf. Am Ortsende ist der Abzweig des Landesradwegs über die Fritzdorfer Mühle nach Ahrweiler und zum Ahrradweg. R9 und der Rundweg führen jetzt durch Obstplantagen und Erdbeerfelder leicht bergauf durch den Rand der Gemeinde Grafschaft, die schon zum Kreis Ahrweiler gehört. Von hier hat man lange eine herrliche Aussicht auf die Ahrberge, die für den Wegzustand entschädigt, da hier leider an einigen Stellen mit für die Fahrradreifen unpassenden zu großen und kantigen Steinen „„ausgebessert“ wurde.

Das Land NRW erreicht man wieder am mit 269m höchsten Punkt der Gemeinde Wachtberg und kann jetzt auf das Drachenfelser Ländchen herabsehen. Durch Werthhoven und Züllighoven geht es nun auf der Route R7 lange abwärts, immer auf das Siebengebirge zu, bis man das Reitstadion der Grube Laura passiert und nach Oberbachem kommt. R7 führt von hier weiter abwärts durch Niederbachem und Bonn-Mehlem an den Rhein. Auf dem Rundkurs geht es von der Kirche aus bergauf, der Anstieg ist aber nicht lang und bietet mit einem Fußweg zum Rheinhöhenfriedhof auch eine angenehme Alternative zum Schieben an. Auf der Bank am Parkplatz sollte man eine Pause mit dem grandiosem Blick zurück auf Oberbachem und die Ahrberge einlegen.

Vom Wirtschaftsweg nach Ließem sieht man nach rechts den Vulkankegel des Rodderbergs oberhalb von Niederbachem. Nach der Ortsdurchquerung, vorbei am Kulturzentrum Köllenhof, rollt man auf der Route R8 zunächst mit Blick auf die Berkumer Kugel flach über ruhige Wege durch Felder und Obstplantagen zwischen Gimmersdorf und dem Heiderhofer Wald. In der Flemming und dem schönen Heltenbachtal begleiten Wälder und Wiesen den Radler sanft hinunter nach Pech. Nach einem letzten Anstieg erreicht man die oberen Teile von Pech und über den ruhigen Gudenauer Weg wieder den Ausgangspunkt in Villiprott.

Einige beschilderte Abkürzungsmöglichkeiten sollen hier noch aufgezählt werden, angeordnet nach dem oben beschriebenen Streckenverlauf. Die Streckenlänge gilt dann für die so verkürzte Rundtour wieder bis Villiprott.

  • ab Burg Gudenau auf der Route R1 über Villip und Berkum nach Züllighoven, 20km

  • ab Holzem auf der Wasserburgenroute durch Berkum und Kürrighoven zur Grube Laura, 19km

  • hinter Holzem auf der Route R5 nach Werthhoven weiterfahren, 21km

  • von Adendorf auf der Route R6 durch den Wald direkt nach Villiprott zurück, 13km

  • auf den Feldern hinter Fritzdorf der Radbeschilderung nach Holzem, Villip, dann R1 folgen, 21km

  • ab Züllighoven auf der Route R1 über Berkum und Villip zurückfahren, 26km

Die Streckenverläufe kann man sich im Internet auf dem Radroutenplaner NRW ansehen. Die zugehörige .rrp - Dateien erhalten Sie von Herrn Jens Forstner; Gemeinde Wachtberg unter: jens.forstner@wachtberg.de und über den Radroutenplaner www.radroutenplaner.nrw.de können Sie diese öffnen.